5.-7. Juli 2018

Internationaler Menschenrechts-Gipfel 2018 in New York

Beim 15. internationalen Menschenrechts-Gipfel Anfang Juli im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York standen jugendliche Menschenrechts-Aktivisten aus aller Welt im Mittelpunkt.

Sie repräsentierten insgesamt 50 Nationen. Zusammengekommen waren sie, um über verschiedene Wege zu berichten, wie sie in ihren Ländern die 30 Regeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahre 1948 ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit bringen.

Deutschland wurde durch Nick König von der Organisation „Jugend für Menschenrechte“ vertreten.

Der 20jährige Hamburger betonte, dass es enorm wichtig sei, die Menschenrechte nicht nur zu kennen, sondern im Alltag nach ihnen zu leben. Er erzählte von einem Geschehnis, als er kürzlich einen Freund in München besuchte. Sie beobachteten, wie ein Obdachloser getreten wurde. Sie eilten dem wehrlosen Mann zu Hilfe und stellten sicher, dass sein Recht auf körperliche Unversehrtheit respektiert wurde. Auf die Frage, warum er sich für Menschenrechte einsetzt, antwortete er: „Eine Gruppe ist nur so stark wie sein schwächstes Glied, und das beobachte ich immer wieder. Daher ist es mir wichtig, jedem zu helfen.“

Ein Jugendlicher aus Nigeria, mit dem Nick das Zimmer teilte, berichtete, dass in seinem Land Kinder zur Prostitution gezwungen werden, damit sie Geld nach Hause bringen. Seine Aufgabe sieht er darin, den Mädchen und Jungen die Menschenrechte begreiflich zu machen. Auf diesem Weg gewinnen sie ihr Selbstwertgefühl zurück und erkennen, dass andere nicht einfach so über ihren Körper verfügen können. Die Kinder würden dann sogar mit ihren Eltern über Menschenrechte sprechen und sie von dem darin festgehaltenen Wertesystem überzeugen.

Ein junger Mann aus den USA erzählte, wie nach einem seiner Vorträge ein Junge zu ihm kam und ihn um Rat fragte, weil sein Vater ihn und seine zwei Geschwister täglich schlug. Die Kinder redeten daraufhin gemeinsam mit ihrem Vater und erklärten ihm, dass sie über Menschenrechte unterrichtet worden seien, und dass er ja die gleichen Rechte habe wie sie. Der Vater gelangte zur Einsicht, seine Kinder fortan mit Respekt zu behandeln.

Über eine besonders bewegende Geschichte referierte ein Jugendlicher, der sich in Afghanistan für Menschenrechte einsetzt. Weil Unterrichtsmaterial fehlt, greifen Lehrer dort auch auf Schulbücher zurück, die von Terroristen stammen. Darin sind dann Aufgaben wie diese zu finden: Wenn ich von fünf Ungläubigen drei erschieße, wieviele Kugeln befinden sich dann noch in meinem Gewehr? Die unterschwellige Anleitung zur Gewalt hat oft tödliche Auswirkungen. Auf diese Weise indoktriniert, hatte sich ein Freund des Berichterstatters mit anderen in die Luft gesprengt. Der Schock über diese unsinnige Tat brachte den beim Menschenrechts-Gipfel in New York anwesenden Afghanen dazu, Kinder in seinem Heimatland darüber aufzuklären, dass jeder ein Recht auf Leben und ein Recht auf Bildung hat.

Hauptredner des UN-Kongresses waren Luis Almagro, Generalsekretär der Organisation der amerikanischen Staaten, und der Kommandeur der nationalen Armee Kolumbiens, Brigadegeneral Alberto Sepulveda. Aus Europa war unter anderen Luis Alberto Alarcon, der Präsident der Stiftung Life-Green Ecologicial Group in Spanien vertreten.